• Formen der Inkompetenz

    Die zweitschlimmste ist die unwissende. Die Arbeit erfüllt die Anforderungen nicht, und wir merken es nicht einmal.

    Die schlimmste ist die gleichgültige. Wir wissen, dass die Arbeit die Anforderungen nicht erfüllt, aber wir kümmern uns nicht darum.

    Aber es gibt noch andere Varianten, und manche sind erstrebenswert.

    Da ist die Inkompetenz der Kreativität und Kunst, wo Anforderungen nicht der Punkt sind.

    Und da ist die erwachende Inkompetenz. Wir haben nicht gewusst, dass wir es besser können, und dann entdecken wir, dass wir es können. Das ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zum Besseren.

  • Selbstverständlich

    Wir bemerken nicht, dass der Baum, den wir vor ein paar Jahren gepflanzt haben, jeden Tag ein bisschen mehr gedeiht.

    Wir bemerken nicht, dass die Post ankommt, wenn sie soll, dass unsere Gesellschaft trotz des Chaos fortbesteht, und dass das Licht (meistens) angeht, wenn wir den Schalter umlegen.

    Ist das selbstverständlich?

    Was würde passieren, wenn wir diesen beständigen Freuden genauso viel Aufmerksamkeit schenken würden wie den lästigen Überraschungen, die sich jeden Tag zeigen?

    Was, wenn wir auch den kleinen Veränderungen Aufmerksamkeit schenken?

    Die Tochter, deren Stifthaltung sich etwas gebessert hat.

    Die Schmerzen, die etwas erträglicher geworden sind.

    Der erste Entwurf eines Artikels.

    Das kleine Lächeln, das sonst selten zu sehen war.

    Wie wir erzählen was wir erleben, bestimmt maßgeblich unser Erleben. Wir sind die Regisseure dieser sehr langen Dokumentation und entscheiden, worauf wir uns konzentrieren und was wir überspringen.

    Und es stellt sich heraus, dass unser Fokus oft auch dazu führt, dass sich die Handlung ändert.

  • Wie wir es uns unnötig schwer machen

    Nicht alles von Wert, muss mit Blut, Schweiß und Tränen erarbeitet werden.

    Wir können es auch einfach erarbeiten.

    Die Idee, es müsse schwer sein, macht es manchmal unnötig schwerer.

  • Zurückschauen, um zu sehen was funktioniert: Vier Journaling Fragen
    • Wenn du zurück schaust auf die letzten Stunden, Tage, Wochen, womit bist du besonders zufrieden?
    • Wie ist dir das gelungen?
    • Im Rückblick auf die letzten Tage, welches Kompliment könntest du dir machen?
    • Was möchtest du auf jeden Fall beibehalten?
  • To Live Another Way

    At first, it appears that it is the parts of the system that must be made better or fixed.

    Then, it becomes clear that the system is not in the parts – it is in the relationships between them.

    So, it seems like it is the relationships that need to be made better or fixed.

    But relationships, it turns out are made of communication.

    And then –
    The communication becomes the place to address the needed adaptations,

    And then –
    You realize what is communicated is now what is expressed or even what is not expressed – it is what it is possible to express.

    That is where the limits move, in the combining.

    How shall I tend to the premises of what is possible to communicate?

    Nora Bateson, Combining
  • Eine einfache Philosophie
    1. Repariere nicht, was nicht kaputt ist.
    2. Wenn etwas funktioniert, mach mehr davon.
    3. Wenn etwas nicht funktioniert, versuche etwas anderes.

  • Die Andersartigkeit der Anderen

    Wenn es an der Tür klopft und jemand um Hilfe bittet, haben wir drei Optionen.

    1. Wir verweigern die Hilfe. Lassen die Tür zu.
    2. Wir laden den anderen ein hereinzukommen. Wir diagnostizieren und kategorisieren ihn mit seinem Problem. Vielleicht hilft das. Wenn er aber durch die Raster fällt – weil, die Person in keine Kategorie passt, oder verschriebene Lösungen nicht helfen – ist es kaum anders als ihn auszusperren.
    3. Wir begrüßen seine Andersartigkeit. Meet not match. Wir begegnen der Person, nicht dem Problem. Wir begegnen den Hoffnungen der Person, nicht den Defiziten.
  • Es gibt keine richtigen Entscheidungen

    Was gut ist und was schlecht, lässt sich oft erst im Nachhinein sagen.

    Statt der großen Last der richtigen Entscheidung, mit der wir vorher wissen müssen, was funktioniert, können wir kleinere Entscheidungen treffen, mit denen wir nach nützlichen Veränderungen suchen.

    Dann können wir:

    – Nachsteuern
    – Verbessern
    – Anpassen
    – Verwerfen
    – Ergänzen
    – Umleiten
    – Dabei bleiben

    Im Vordergrund steht dann:

    – was hier und jetzt wichtig ist
    – die Bereitschaft genau hinzuschauen
    – der Mut sich anders zu entscheiden

    … wenn es nicht gut genug ist.

  • Kurze Erinnerung

    Wir können von anderen lernen, auch, wenn wir sie nicht mögen.

    Wir können andere respektieren, auch, wenn sie anders denken.

    Wir können mit anderen zusammenarbeiten, auch, wenn sie anders ticken.

  • Die Landkarte ist nicht das Territorium

    Der Name ist nicht die Person, die er benennt.

    Die Speisekarte ist nicht das Gericht.

    Die Nährstoffe sind nicht die Mahlzeit.

    Das Wort ist nicht, was es benennt.

    Der Vertreter ist nicht, was er vertritt.

    Das Symbol ist nicht das, worauf es sich bezieht.

    Das Schild ist nicht das, worauf es hinweist.

    Das Modell ist nicht das, was es modelliert.

    Die Teile sind nicht das System.

    Die Diagnose ist nicht der Mensch.

    Die Sprache über Komplexität ist nicht die Komplexität.

    Die Botschaft ist nicht die Meta-Botschaft.

    Gerade weil die Landkarte nicht das Territorium ist, sind wir frei:

    Wir können sie nutzen, solange sie nützlich ist. Oder wir zeichnen neue Landkarten. Finden andere Beschreibungen. Benennen das Problem um. Kartieren neue Lösungswege, die vorher versperrt waren.