Die WOOP Methode: Eine Anleitung zum Wechselbaden in Traum und Realität

Dieser Artikel ist für dich, wenn du eine Anleitung für die WOOP Methode suchst.

WOOP steht kurz für Wish, Outcome, Obstacle, Plan oder auf Deutsch: Wunsch, (bestes) Ergebnis, Hindernis und Plan.

Wer seine Gewohnheiten erfolgreich ändern will, muss sich nicht nur etwas vornehmen (und Ziele setzen), sondern es auch umsetzen und Hindernisse überwinden. Das selbe gilt für jedes neue Vorhaben.

Genau dabei hilft die WOOP Methode.

In der wissenschaftlichen Literatur ist sie seit etwa 20 Jahren unter dem Namen MCII bekannt. MC steht für mentales Kontrastieren und meint den gedanklichen Wechsel zwischen gewünschten Ergebnissen und der Realität. II steht für Implementierungsintentionen. Was vielleicht kompliziert klingt, ist einfach ein Plan wie ein Vorhaben oder Ziel umgesetzt werden kann, bzw. wie Hindernisse überwunden werden können.

Wenn du dich gefragt hast wie genau die WOOP Methode angewendet wird, ist hier deine Anleitung – zunächst ausführlich und einmal als kurze Stift & Zettel Übung.

Woop Methode Anleitung
Die WOOP Methode: Eine Anleitung zum Wechselbaden in Traum und Realität weiterlesen

The Greatest Hits: 13 Dinge die unser innerer Widerstand vereitelt

Der Widerstand verhindert viele großartige Dinge. Steven Pressfield gibt ihm sogar eine Liste der “Greatest Hits” und nennt 11 Dinge, bei denen wir auf inneren Widerstand stoßen:

(1) Jede Tätigkeit kreativer Art wie Musik, Malerei, Schreiben, Film und Tanz – egal wie nebensächlich oder unkonventionell.

(2) Jedes Projekt oder Vorhaben unternehmerischer Art (“non-profit oder for-profit”).

(3) Ernährungs- und gesundheitsbezogene Pläne und Vorhaben.

(4) Programme spiritueller Entwicklung.

(5) Jedes Programm mit dem Ziel eines flacheren Bauchs oder härterer Bauchmuskeln.

(6) Jeder Plan mit dem Ziel schlechte Gewohnheiten abzulegen in den Griff zu bekommen.

(7) (Weiter-)Bildung jeder Art und Weise.

(8) Aktivitäten politischen, moralischen oder ethischen Hintergrunds, selbst, wenn Änderungen sich nur auf uns selbst beziehen.

(9) Alle Vorhaben bei denen es darum geht Anderen zu helfen.

(10) Alle Vorhaben, die volle Herzens-Hingabe verlangen, wie das Heiraten, ein Kind zu kriegen oder eine harte Zeit durchzustehen.

(11) Bei Hindernissen und Widrigkeiten seinen Prinzipien treu bleiben.

(12) Ich ergänze: Das Führen schwieriger Gespräche.

(13) Neue Wege wagen und neue kreative Lösungen für alte Probleme suchen

Bei vielen dieser Dinge spüren wir Widerstand, Angst, Leere, Sorge oder Abneigung. Weil es nicht der einfache weg ist und wir es (noch) nicht besser wissen – denn unser Gehirn sieht zunächst nur die Anstrengung. Sehr oft ist dies aber kein Stop-Signal, sondern ein Anzeichen, dass wir an etwas Wichtigem dran sind.

Was würdest du zu den Greatest Hits hinzufügen? Hinterlasse einen Kommentar!

Links

Der Widerstand

„Most of us have two lives. The life we live, and the unlived life within us. Between the two stands Resistance.“

– Steven Pressfield (The War of Art)

Der Widerstand ist real. Vielleicht hattest du keinen Namen für ihn, aber du hast ihn bemerkt. Er ist ein Teil von dir.

Er ist unsichtbar. Du kannst ihn nicht sehen, nicht hören, nicht riechen, nicht anfassen. Nur fühlen kann man ihn.

Der Widerstand würde uns alles erzählen, um uns von wichtiger Arbeit abzuhalten. Auf der anderen Seite, ist er unermüdlich, wenn es darum geht die einfachen und bequemen Dinge schön zu reden.

Er kommt aus dem Inneren und oft geben wir ihm erst seine Macht.

Er meint es aber nicht persönlich mit dir. Er ist einfach so programmiert.

Der Widerstand ist unfehlbar. Daher stellt Steven Pressfield eine Faustformel auf: Je mehr Widerstand du wahrnimmst, desto wichtiger ist die Sache an der du dran bist.

Der Widerstand betrifft uns alle

Er wird bestärkt durch unsere Ängste. Möglicherweise die Angst darüber was andere denken und sagen könnten.

Er verhindert eigentlich nur Anstrengungen in eine Richtung: von niederen zu höheren Beweggründen – und damit kreative, wohlwollende oder innovative Vorhaben.

Kurz vor der Ziellinie ist er am stärksten, wenn er weiß, dass er in die Ecke gedrängt wurde.

Der Widerstand findet sogar Verbündete. Vielleicht ist es dein Partner, deine beste Freundin oder deine Familie. Hier gibt es nur eine Option: Mit gutem Beispiel voran zu gehen.

Sex, Drama, Selbst-Medikation – alle können Begleiter des Widerstands sein. Denn viele sind eine schnelle Belohnung, die von der Arbeit ablenken.

Aber man kann den Widerstand besiegen.

Der Widerstand ist teils Metapher, teils Biologie. Denn ein Teil unserer Biologie macht sich eigentlich nur Gedanken um Sex, Angst und auf wen wir unsere Wut loslassen können. Dieser Teil wünscht sich nur Geborgenheit und etwas zu essen. Entwicklungsgeschichtlich jüngere Anteile wollen sich um zivilisiertere Dinge kümmern. Aber das wird jedes Mal mit dem Widerstand ausgekämpft.

Wann immer die schnelle Versuchung oder Angst da ist, hat der Widerstand ein leichtes Spiel. Es sei denn, man schafft Routinen, die es dir erlauben zu gewinnen – oder besser: den Widerstand mit etwas Geschick zu verführen.

Links

Effektiv > Produktiv

Man spricht an allen Ecken und Enden über das Thema Produktivität. Die Anzahl an Tools, Methoden und “Hacks”, die versprechen deine Arbeit schneller zu erledigen ist endlos. Aber wozu?

Es hat heute wenig Bedeutung immer mehr Arbeit in immer weniger Zeit zu zwängen. Produktivität ist für Maschinen, nicht für Menschen, meinen Jason Fried und David Heinemeier Hansson.

Wer sich auf Produktivität konzentriert, fragt nach Ergebnissen pro Einsatz, nach Output pro Input – und es gibt immer mehr zu tun.

Das Problem?

Über den gesamten Globus verteilt gibt es Menschen, die sich darauf freuen deine Arbeit schneller und günstiger zu übernehmen. Und spätestens, wenn der Computer deine Arbeit zuverlässiger erledigt, befindest du dich in einer Abwärtsspirale.

Schneller ist nicht die Lösung. Schon gar nicht, wenn es automatisch geht.

Mehr Einsichten, mehr Veränderung, mehr Einfluss, mehr Kreativität hingegen sind die Lösung. Eine App hilft dabei nicht.

Seth Godin wirft eine sehr treffende Frage auf:

“Would they miss you if you’re gone?”

Würde man dich vermissen, wenn du nicht mehr zur Arbeit kommst? Würde man dich vermissen, wenn du morgen aufhörst?

Wenn ja, würde man dich vermissen, weil du gute Zahlen lieferst? Dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass du leicht zu ersetzen bist. Oder würde man dich vermissen weil du Einfluss nimmst? Weil du neue Einsichten schaffst? Weil du Neues wagst?

Links

Die Jagd nach Perfektion

Wie viele deiner Kollegen verbringen ihren Tag mit der Jagd nach Perfektion? Oder besser gesagt, wie viele verbringen ihren Tag damit Fehler zu vermeiden?

Fehlerfreiheit ist was die meisten wollen. Die Richtlinien einhalten, dann besteht auch kein Grund zur Aufregung.

Wir wurden seit der ersten Klasse darauf trainiert Fehler zu vermeiden. Das Ziel jeder Klassenarbeit war möglichst 100 Prozent zu erreichen. Keine Fehler und man bekam eine eins.

Wenn man dann ein Studienabschlusszeugnis in die Hand bekommt können etliche 1er dabei sein, aber gesprochen wird über die Ausreißer.

Wir suchen perfekte Leute, managen hin zur Perfektion, messen und belohnen Perfektion.

Warum wundern wir uns also, dass die meisten Leute damit beschäftigt sind die 100% zu erreichen. Warum wundern wir uns über typische Nebenwirkung des Leistungswahn wie Stress (Kaluza 2018)?

Das ist Problem ist einfach: Kunst ist nie perfekt. Doch wir brauchen kreative neue Lösungen. Kunst ist bemerkenswert weil sie nicht dem Standard entspricht. Standard wiederum ist Routine und damit leicht zu ersetzen. Und leicht zu ersetzen gerät unter Druck.

Links

Hausarbeit, Kunst und Terrorismus

Das Problem mit der Hausarbeit ist, dass sie im Gegenteil zur Kunst keine besondere Aufmerksamkeit erhält. Sie ist notwendig, fällt aber erst auf, wenn sie nicht erledigt wird.

Wenn der Müll stinkt, der Papierkorb überquillt, oder die Spüle vollgestellt ist, dann ist sie oft direkter Grund zur Aufregung. Sie bekommt sonst aber wenig Anerkennung.

Auch auf der Arbeit erledigen wir überwiegend Hausarbeit – regelmäßige Meetings, der jour fixe, wiederkehrende Reportings bis zur virtuellen oder tatsächlichen Fließbandarbeit. Erst wenn diese Routineaufgaben nicht erledigt werden gibt es Grund zur Aufregung. Dann gibt es Grund für das “Management der Exception”.

Aber es gibt auch gute Gründe zur Aufregung. Und zwar durch den Gegenspieler zur Hausarbeit, die Kunst.

Künstler hinterfragen Konventionen und damit die Routinearbeit. Dadurch fallen sie auf.

“Es dürfte eine der wichtigsten gesellschaftlichen Funktionen von Kunst sein, dass sie paradox die Regeln der gewohnten Ordnung dadurch ins Bewusstsein rücken, dass sie von ihnen abweichen.”

– Fritz B. Simon

Zu den Künstlern zählen wir üblicherweise den Maler und Bildhauer, den Dichter und die Architektin. Von hier aus ist es ein kurzer Weg zu Film und Fotographie, Performance, Industrie-Design, Mode, Druck und Datenverarbeitung.

Die neuen Künste

Seth Godin benennt zudem die neuen grundlegend persönlichen Künste: Das Unternehmertum, Customer Service, die Erfinder & Techies, Vermittler und die Führung.

Hinzu zähle ich Eltern, Erzieher, Lehrer, Trainer und Coaches die neue Lösungen für alte Probleme finden wollen.

Wir brauchen diese neuen Künste; und Künstler, die sie ausüben. Hier geht es nicht um bärtige Männer (oder Frauen) und komische Hüte. Es geht um Menschen, die Verantwortung übernehmen und sich darum kümmern, dass wir Neues wagen.

In einem Krankenhaus, in dem pro Jahr mehr als 1800 Kinder geboren werden, kann man von Routinearbeit ausgehen. Wenn Hebammen und Ärzte es aber schaffen auf jegliche Wünsche einzugehen und Moment zu Moment neu nach diesen Wünschen zu planen ist das für mich Kunst.

Ein Kundenberater, der selbst nach 100 Telefonaten den nächsten Kunden aufrichtig fragt wie es ihm geht ist eine Rarität.

Der Geschäftsführer, der sich immer wieder hinterfragt und Alternativen direkt erprobt ist ein Künstler.

“Verhalten, das bisher noch nicht da war, Ideen, die bisher nicht gedacht wurden (warum auch immer), Perspektiven und Sichtweisen, die neu sind und die kollektiven Wirklichkeitskonstruktionen  “irritieren”. Auf diese Weise werden alte, nicht hinterfragte Wahrheiten zunächst erst einmal bewusst, des Weiteren aber auch diskutier- und veränderbar.”

– Fritz B. Simon

Es gibt aber einen Unterschied zwischen Kunst und forcierter Veränderung. Denn auch Terroristen versuchen Veränderungen zu verwirklichen.

Dabei fehlt ihnen aber jegliches Gespür für vorherrschende Regeln. Zumindest zeigen sie es nicht. Stattdessen verbreiten sie Chaos und Schrecken wo ein Künstler geschicktere Methoden wählt.

Es ist keine Kunst, wenn sich die Dinge nicht ein kleines bisschen verändern. Und es ist keine Kunst ohne gute Absichten.

„It’s not art if the world (or at least a tiny portion of it) isn’t transformed in some way. And it’s not art if it’s not generous.“

– Seth Godin

Wohlwollen ist Mangelware, stattdessen überschwemmen durchschnittliche Produkte die Märkte. Das eröffnet Künstlern eine Chance. Möglicherweise, die einzig erwähnenswerte Chance.