Wenn du keine Zeit für den Abwasch hast, dann hast du keine Zeit zum Kochen

Leute vom Fach verstehen, dass das Projekt das ganze Projekt ist. Der Profi versteht, dass das Projekt das ganze Projekt ist. Nicht nur der spaßige oder dringende oder interessante Teil.

Es gibt unzählige Abkürzungen und einige haben es sich zur Lebensaufgabe gemacht diese zu identifizieren (4HWW, Lifehacker.com,  #10minutemeals). Allerdings ist das Nicht-Beenden des Projekts keine dieser Abkürzungen.

Es mag sich äußerst produktiv anfühlen viele Dinge anzufangen, aber effektiv ist es nicht. Was viele Rezepte für “10-Minuten-Mahlzeiten” verschweigen ist die Zeit die benötigt wird um die Küche wieder in Ordnung zu bringen.

“Done is the engine of more.” Not done is the engine of mess.

 

Workaholics verdienen keine Ehrenmedaille

“Allnighters” und “Workaholics” werden in unseren Kreisen immer noch gefeiert. Mit Nachschichten und Übernachtungen im Büro verdient man sich die Ehrenmedaille. Zu viel Arbeit gibt’s nicht. Man arbeitet bis der Arzt kommt.

Nicht nur, dass dies nicht notwendig ist, es ist auch wirklich fraglich. Heißt mehr Arbeiten automatisch, dass man mehr erledigt? Wird mehr Arbeiten mit mehr Interesse verwechselt? Ich denke es heißt nur, dass man mehr arbeitet; mehr Zeit investiert.

Arbeitszeit und Arbeitsoutput stehen eben nicht in einem linearen Zusammen, schon gar nicht in einem exponentiellen.

Nicht selten, verursachen unsere Nachteulen mehr Probleme, als sie lösen. Nicht nur, dass dies kein nachhaltiger Ansatz ist. Wenn der Burnout kommt, dann schlägt er richtig zu.

Es ist auch absolut keine elegante Lösung. Einfach mehr Stunden zu investieren kommt dem Versuch gleich Probleme mit brutaler Gewalt zu lösen.

Statt Probleme effektiver anzugehen, wird die brutale Gewalt vielleicht noch mit einer Ehrenmedaille belohnt. Kurzzeiteuphorie führt dazu, dass unsere Helden das Ganze genießen. Schon haben wir eine äußerst ineffektive Lösung die gerne genutzt wird.

Die mangelnde Effektivität einiger führt dazu, dass andere sich wiederum schlecht fühlen, wenn sie schon Feierabend machen.

Ist es angemessen, dass ich schon gehe?

Mach’ ich nur das Minimum?

Vielleicht bekommt man sogar einen blöden Spruch von den Kollegen zu hören.

Das führt zu Schuldgefühlen und schlechter Moral. Zudem besteht die Gefahr, dass die Leute sich verpflichtet fühlen zu bleiben. Selbst, wenn sie nichts mehr schaffen.

Neben einer schlechten Moral kommt es wahrscheinlich zu schlechten Entscheidungen. Wer sich nur noch auf der Arbeit befindet verliert die Perspektive. Die Werte verschieben sich und man weiß kaum noch was wirklich ein extra an Anstrengung wert ist. Am Ende ist man einfach nur verdammt müde und keiner trifft auf die Weise gute Entscheidungen.

Am Ende des Tages schaffen Workaholics nicht mehr, als jene die schon vor Stunden die Firma verlassen haben. Sie mögen behaupten sie seien Perfektionisten, aber eigentlich heißt das nur, dass sie viel Zeit mit nichtigen Kleinigkeiten verbringen.

David Allen, Autor von Getting Things Done, bringt es auf den Punkt:

“Your ability to generate power is directly proportional to your ability to relax.”

Demnach leiste ich nur so gut , wie ich loslassen kann.

Workaholics sind keine Helden. Sie verdienen keine Ehrenmedaille. Sie retten nicht den Tag, sondern brauchen ihn auf. Der echte Held ist schon zuhause, weil er einen schnelleren und effektiveren Weg gefunden hat die Dinge zu erledigen.

Weiterlesen?

Balance-Akt: Welches Problem willst du?

Stell dir vor das Leben ist ein Spiel, in dem du jonglierst und fünf Bälle in der Luft halten musst. Diese sind die Arbeit, Familie, Gesundheit, Freunde und deine Integrität. Du hälst alle Fünf in der Luft.

Aber eines Tages stellst du fest, dass die Arbeit kein normaler Ball ist, sondern ein Flummi. Wenn du ihn fallen lässt kommt er zurück. Die anderen vier – Familie, Gesundheit, Freunde, Integrität – sind aus Glas. Wenn du diese Fallen lässt entsteht unwiderruflicher Schaden. Die Glaskugeln bekommen Kratzer und Kerben. Vielleicht zerbrechen sie auch völlig.

So beschreibt James Patterson den Balance-Akt zwischen persönlichen und professionellen Prioritäten.

Wir gehen immer “Trade-off’s” ein. Balance ist eine Ideal-Vorstellung. Wann immer wir einer Sache nachgehen, geraten wir aus der Balance, weil wir dieser Sache mehr Aufmerksamkeit schenken, als den Anderen. Die Frage ist demnach nicht, ob wir aus der Balance geraten. Denn wir müssen, wenn wir wirklich etwas schaffen wollen – persönlich oder professionell.

Die eigentliche Frage ist, wie lange man in dieser Art Ungleichgewicht bleiben kann. Die Herausforderung ist einzuschätzen wie lange man bei der einen Priorität bleiben kann, bevor das Glas zerbricht.

Weiterlesen?

Wir sind hier wie eine Familie…

In einigen Firmen sagt man gerne “Wir sind hier wie eine große Familie.” Seid Ihr nicht. Ihr seid Mitarbeiter und Chef, gemeinsame Angestellte oder wenn Ihr Glück habt seid Ihr eine Arbeitsgemeinschaft. Aber Ihr seid keine Familie.

Das heißt nicht, dass man nicht aufeinander achten kann. Man kann und ich finde man sollte.

Aber passt auf, wenn die neue Chefin oder der Geschäftsführer von der Firma als große alte Familie spricht. Damit ist nicht gemeint, dass die Firma dich beschützt, komme was wolle – so wie gesunde Familien es machen würden. Das Motiv ist eher eine einseitige Aufopferung: durch dich.

Denn, durch das zur Hilfe rufen der “Familie” wird der Heldenmut alles zu geben geweckt. Es ist ja nicht so, dass du lange Nächte durcharbeitest und den Urlaub verfallen lässt, um die Quartalszahlen zu retten. Nein, nein… du machst das für die Familie.

Diese stumpf-emotionale Herangehensweise ist notwendig, wenn man möchte das der Andere seine eigenen (rationalen) Interessen vergisst.

Man muss nicht so tun als wäre man eine Familie, um den guten Ton zu wahren, oder nett und beschützend zu wirken. Diese Werte können genau so gut – wenn nicht besser – durch Prinzipien, “Betriebspolitik” und Taten ausgedrückt werden.

Davon abgesehen hast du höchst wahrscheinlich schon eine Familie, oder eine Gruppe von Freunden, die sich wie Familie anfühlt. Moderne Organisationen sind keine Straßen Gangs voller Waisenkinder, die sich in der harten harten Welt behaupten müssen – so die Worte von Jason Fried und David Heinemeier Hannson, Gründer von Basecamp. Der Versuch deine Familie zu verdrängen ist nur ein weiterer Ansatz, die Bedürfnisse der Firma vor die deinen zu stellen. Krank.

Die besten Unternehmen sind keine Familien. Sie sind Unterstützer von Familien. Verbündete von Familien. Sie sind da, um gesunde und erfüllende Arbeitsbedingungen zu schaffen, sodass Arbeiter, wenn sie ihren Laptop zuklappen oder den Hammer fallen lassen die besten Partner, Eltern oder Freunde sind, die sie sein können.

Wenn dir dies gefallen hat, schau dir auch das folgende Buch an:

Der schlimmste Boss der Welt

Der schlimmste Boss der Welt? Das bist du. 

Selbst wenn du nicht selbstständig bist, du bist doch dein eigener Boss. Du bestimmst deine Karriere, was du mit deiner Zeit anfängst und was du zu deinen Mitmenschen sagst. Du managest wie du arbeitest. Du managest was du lernst, ob du lernst und die Art und Weise in der du mit dir selbst sprichst.

Wahrscheinlich, tust du all’ das ziemlich schlecht.

Hättest du einen Boss der so mit dir umgehen würde, wie du mit dir selbst umgehst, würdest du wahrscheinlich kündigen. Die goldene Regel sollte keine Einbahnstraße sein.

Möglicherweise gehst du krank zur Arbeit. Vielleicht hälst du dich für unentbehrlich oder hast Angst vor negativen Konsequenzen. Egal, wenn das ganze Team krank wird.

Man sagt Selbstorganisation wird in Zukunft wichtiger werden. Die “Last der Freiheit” bedeutet, dass wir viele Entscheidungen selbst fällen müssen.

Was machst du, wenn der Boss verschwindet und du dir selbst überlassen bist?

Wir sind oft überrascht, wenn jemand mit eigener Agenda aufschlägt. Jemand, der vielleicht einen Weg findet von zuhause zu arbeiten und dann zwei Jahre reist und von unterwegs arbeitet.

Es schockiert uns, wenn jemand seine Abendstunden und Wochenenden nutzt, um einen Abschluss nachzuholen oder sich nebenbei die Nacht um die Ohren schlägt, um selbst etwas auf die Beine zu stellen.

Und wir sind neidisch, wenn es jemand schafft sich selbst zu etwas Glück zu verhelfen – als wäre das unangebracht. 

Es gibt viele clevere Leute die über erfolgreiche Führung schreiben und berichten. Wenige, die von Selbstführung sprechen. Dabei gibt es kaum etwas wichtigeres.