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Erkenntnisoffen

Nur weil du Recht hast…

Du hast vielleicht Recht. Aber das heißt nicht, dass es jemanden kümmert. Oder, dass dir jemand seine Aufmerksamkeit schenkt. Geschweige denn etwas ändert.

Nur weil du richtig liegst, hören die Leute nicht automatisch zu. Oft wird uns sogar das Gegenteil bewiesen.

Es braucht mehr als richtig zu liegen, damit sich die Dinge ändern.

Das gilt auch für uns selbst. Dass es vernünftig ist abzunehmen, heißt noch lange nicht, dass man automatisch allen Versuchungen widersteht.

Eine Kopfentscheidung kann noch so „richtig“ sein. Dein Bauch wird es vielleicht anders sehen. Und am Ende des Tages musst du ihn überzeugen.

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Selbstvergessen

Zwischen zwei Weltsichten

»Hard choices, easy life. Easy choices, hard life.«

Jerzy Gregorek

Es ist nicht unser erster Impuls. Es ist leichter die eigenen Belange vorne anzustellen. Dabei ist Empathie so wichtig.

Sich einzufühlen ist schwer, man kann es nicht delegieren und es kann müde machen.

Aber es ist genau was wir brauchen.

Mal angenommen, du hättest die selben Erfahrungen, Überzeugungen und blinden Flecken wie dein Nebenmann/ deine Nebenfrau, würdest du genauso handeln?

Die Leute handeln aufgrund ihrer Weltsicht. Sie haben gute Gründe und handeln in ihrem besten Sinne. Wäre alles andere nicht komisch?

Jemandes Weltsicht zu verstehen ist schwierig und es ist eine Aufgabe, die nie wirklich endet. Aber es lohnt sich.

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Selbstvergessen

Die richtige Antwort

Was ist besser: Der Eindruck von Anfang an Recht zu haben, oder hier und jetzt auf dem richtigen Weg zu sein?

Oft verdoppeln wir unsere Anstrengungen, um unsere erste Einschätzung zu verteidigen. Denn es fühlt sich gut an, wenn wir recht behalten.

Aber wenn das Ergebnis wichtig ist und wir mutig genug sind den aktuellen Kurs zu hinterfragen, können wir andererseits sagen: »Mit dem was wir aktuell wissen, sollten wir den Kurs ändern, denn der Kurswechsel bietet bessere Chancen.«

»Hätte ich damals gewusst was ich heute weiß…«, heißt nicht, dass man heute nicht mit dem arbeiten kann was man heute weiß.

Oft liegen wir falsch. Wir können das eingestehen oder am Kurs festhalten.

Etwas besser zu machen, hat viel damit zu tun flexibel zu bleiben.

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Erkenntnisoffen

Kompetent, intelligent und empathisch

Google Ngram verfolgt welche Wörter Autoren in ihren Büchern nutzen – und wie häufig.

Offenbar hatten »Intelligenz« und »Kompetenz« ihre 15 Minuten im Rampenlicht.

Dafür ist Empathie »auf dem Weg nach oben«.

Die vollständige Ansicht gibt es hier.

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Erkenntnisoffen

Die Anziehungskraft unserer Geschichten

Wir sind gut im Rationalisieren. Es hilft uns Entscheidungen zu treffen, die Welt da draußen zu verarbeiten und mit uns selbst im Reinen zu sein.

Aber der Schwerkraft ist es egal, ob wir gut geschlafen haben oder nicht. Sie bleibt gleich.

Dem Asphalt ist es auch egal, ob du immer einen Helm beim Rad fahren trägst. Auch die Geschichte zum Video für das du gut aussehen wolltest.

Einem Melanom ist es egal, dass du eigentlich immer Sonnencreme benutzt, bis auf das eine Mal als du busy warst und nicht zurück in die Wohnung wolltest.

Äußere Einflüsse wollen unsere Geschichten nicht hören. Sie haben kein Gedächtnis oder Bewusstsein für gut oder schlecht.

Die Gesetze der Physik kümmert es nicht, wenn du dich nicht anschnallst. Auch dem Virus ist die Geschichte egal, die erklärt warum jemand keine Maske getragen hat.

Wir sind wirklich gute Geschichtenerzähler. Sie sind vielleicht unser wirksamstes Werkzeug. Aber Fakt ist, dass selbst die beste Geschichte nutzlos ist, wenn man mit Dingen zu tun hat, die einfach nicht hören wollen.

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Erkenntnisoffen

Die Bar schließt

Ein letzter Ansturm auf die Bar, um noch eine Runde zu bestellen. Kurz bevor die Bar schließt und man sich auf den Straßen Londons die Hucke voll haut. Das hatte sich keiner erhofft, als per Gesetz die Öffnungszeiten der britischen Bars beschränkt wurden.

Man befand sich mitten im ersten Weltkrieg und brauchte seine Mitarbeiter bei Sinnen und an einem Stück – gerade jene, die in Munitionsfabriken arbeiteten.

Und so macht man’s doch, wenn man möchte, dass die Leute weniger trinken, oder? Man beschränkt die Öffnungszeiten. Natürlich würden die Leute mehr trinken, wenn Bars und Pubs den ganzen Tag offen sind.

So wurde es gemacht, aber hilfreich war es nicht. Denn es wurde zu einem Wettkampf: Wer konnte am meisten runter kriegen, bevor die Sperrstunde kam?

Aber wenn es richtig lustig wurde, stoppte der Wirt den Zapfhahn. Die Gäste sahen sich dann erbarmungslos aus warmen Pubs auf kalte Straßen geschoben. Es folgten Unruhen und Schlimmeres.

In Schottland erlaubte man Bars in den 1980ern wieder den ganzen Tag zu öffnen. Durch diese Freiheiten sahen die Leute Chancen für geselliges Beisammensein und weniger Wettkämpfe. Kein letzter Ansturm auf die Bar. Weniger Chancen für Konfrontationen.

Und obwohl die Briten den ersten und den zweiten Weltkrieg gewannen, wurden die Gesetze erst 2005 gelockert.

Wir haben offenbar verschiedene Möglichkeiten, wenn wir etwas ändern wollen. In jedem Fall können wir überlegen was wir mit einer Änderung möglich machen und was unmöglich wird. Auch was leichter und was schwerer wird. Vielleicht, wie wir Schweres dann wiederum leichter machen können.

Dann können wir überlegen ob eine Regel wieder entsorgt werden kann.

Denn da wo Wege versperrt werden, entstehen Umwege. Wo Märkte eine Nachfrage nicht bedienen, entstehen Schwarzmärkte. Wo Bars schließen…