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Eingebrannt vs. ausgebrannt

Eingebrannt ist, wenn es richtig gut läuft. Wenn es wie von selbst läuft, wie gute Technik.

Ausgebrannt ist, wenn es übertrieben wurde. Wenn es klemmt oder zu viel Reibung entsteht. Spätestens aber wenn es »qualmt«.

Eingebrannt kommt durch Vorbereitung, Übung und durch Ausdauer. Zumindest bei den Dingen, die wir beeinflussen können.

Ausgebrannt kommt durch den Versuch etwas zu kontrollieren, das wir nicht kontrollieren können. Denn dann drehen wir uns im Kreis und sind schnell überfordert.

Ausgebrannt kommt nicht von sich kümmern. Es kommt von Arbeit ohne Wirkung.

Eingebrannt hingegen kommt, wenn wir einen Unterschied machen. Denn einen Unterschied gemacht zu haben brennt sich ein.

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Ein bisschen mehr davon, weniger hiervon

Eine gesamte Industrie von Autoren, Coaches und Trainern ist aufgesprungen um das Problem anzugehen. Sie haben Bücher geschrieben, bieten Videos an, sowie Präsentationen, Retreats und Beratung.

Ihre Ratschläge sind erschreckend ähnlich. Sie fallen in zwei Kategorien: (1) mehr davon und (2) weniger hiervon.

Auf der »mehr davon« Seite stehen Achtsamkeit und Meditation, gesunde Snacks, ausreichend Schlaf und genügend Auszeiten, öfters mal Nein sagen und vielleicht sogar der Besuch beim Therapeuten.

Auf der »weniger hiervon« Seite wird empfohlen die Arbeit mal Arbeit sein zu lassen, das Smartphone auszuschalten, die Kliententermine zu reduzieren, den Koffeinkonsum im Auge zu behalten und Leute, die stressen zu meiden. Nicht zu vergessen, die ultimative Lösung: sich einen anderen Job suchen.

Eins ist klar: Gut auf sich zu achten ist gerade unter jenen wichtig, die helfen und aushelfen, Probleme lösen und Lösungen bereitstellen. Vielleicht ist es sogar eine Frage der Ethik.

Aber keine dieser Strategien beseitigt die eigentlichen Probleme: zu viel Papierkram, zu viele Klienten, unzureichende Ressourcen, Unterbrechungen, finanzielle Unsicherheit, spontane oder widersprüchliche Aufträge und Gleichgültigkeit aus der Führungsetage.


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Burnout Reconsidered von Dr. Scott D. Miller (2015)

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Zwischen zwei Weltsichten

»Hard choices, easy life. Easy choices, hard life.«

Jerzy Gregorek

Es ist nicht unser erster Impuls. Es ist leichter die eigenen Belange vorne anzustellen. Dabei ist Empathie so wichtig.

Sich einzufühlen ist schwer, man kann es nicht delegieren und es kann müde machen.

Aber es ist genau was wir brauchen.

Mal angenommen, du hättest die selben Erfahrungen, Überzeugungen und blinden Flecken wie dein Nebenmann/ deine Nebenfrau, würdest du genauso handeln?

Die Leute handeln aufgrund ihrer Weltsicht. Sie haben gute Gründe und handeln in ihrem besten Sinne. Wäre alles andere nicht komisch?

Jemandes Weltsicht zu verstehen ist schwierig und es ist eine Aufgabe, die nie wirklich endet. Aber es lohnt sich.

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Die richtige Antwort

Was ist besser: Der Eindruck von Anfang an Recht zu haben, oder hier und jetzt auf dem richtigen Weg zu sein?

Oft verdoppeln wir unsere Anstrengungen, um unsere erste Einschätzung zu verteidigen. Denn es fühlt sich gut an, wenn wir recht behalten.

Aber wenn das Ergebnis wichtig ist und wir mutig genug sind den aktuellen Kurs zu hinterfragen, können wir andererseits sagen: »Mit dem was wir aktuell wissen, sollten wir den Kurs ändern, denn der Kurswechsel bietet bessere Chancen.«

»Hätte ich damals gewusst was ich heute weiß…«, heißt nicht, dass man heute nicht mit dem arbeiten kann was man heute weiß.

Oft liegen wir falsch. Wir können das eingestehen oder am Kurs festhalten.

Etwas besser zu machen, hat viel damit zu tun flexibel zu bleiben.

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Der Unterschied zwischen Lernen und auswendig Lernen

Um etwas zu lernen, muss man es verstehen. Es wird dadurch vielleicht so einleuchtend, dass es einfach und mühelos ist. Und es scheint als wenn du alles auswendig kannst. Aber das ist nur eine Nebenwirkung.

Auswendig lernen können wir vieles, in vielen Bereichen. Und vielleicht kannst du es sogar zitieren und wortwörtlich wiedergeben, sodass es sich selbst jemand anderes merken kann.

Man kann beispielsweise das Alphabet auswendig lernen. Aber zu verstehen gibt es hier nicht viel.

Auf der anderen Seite, ist es albern etwas auswendig zu lernen, wenn man darauf aufbauen will. Wenn man etwas verbessern will. Wenn man improvisieren muss. Dann muss man die Zeit und Mühe investieren, um es zu verstehen.

So ist es übrigens auch mit der Gesundheit. Man kann durch die Bewegungen gehen. Man kann jeden Trend mitmachen. Oder man sucht sich klare, greifbare und sinnvolle Optionen. Dann ist’s stimmig.

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Nimm es nicht persönlich

»Nehmen Sie es nicht persönlich«.

Das ist leicht gesagt. Aber schwer umzusetzen. Wie soll man’s denn nehmen? Manchmal scheint es als, wenn es nur so geht. Persönlich eben.

Der Kunde, der nicht wieder kommt. Der Patient, der zum anderen Profi wechselt. Der Kunde, der Ihr Produkt nicht mag. Ihre beste Arbeit. Abgelehnt.

Oder die Kollegin, die dann doch lieber alleine joggen geht.

Die Sache ist: es ist nie persönlich. Es geht nie um Sie. Wie sollte es auch? Die Person kennt Sie ja gar nicht, versteht Sie nicht. Sie kann nicht hören was in Ihrem Kopf los ist. Sie kennen nur sich selbst. Die Stimmen im eigenen Kopf. Die eigenen Wünsche und Bedürfnisse. Darum geht es.

Wenn jemand vorüberzieht, weiterzieht, zur Konkurrenz wechselt oder sogar schlecht über Sie spricht, dann betrifft es nicht Sie persönlich. Es geht persönlich um ihn. Seine Agenda. Seine Entscheidung. Seine Weltsicht. Seine Geschichte. Seine Konstruktion der Wirklichkeit. Vielleicht hat es nicht gepasst.

Alles was uns bleibt ist unser Bestes zu geben. Es besser zu machen. Welche Wahl haben wir?