Ein letzter Ansturm auf die Bar, um noch eine Runde zu bestellen. Kurz bevor die Bar schließt und man sich auf den Straßen Londons die Hucke voll haut. Das hatte sich keiner erhofft, als per Gesetz die Öffnungszeiten der britischen Bars beschränkt wurden.

Man befand sich mitten im ersten Weltkrieg und brauchte seine Mitarbeiter bei Sinnen und an einem Stück – gerade jene, die in Munitionsfabriken arbeiteten.

Und so macht man’s doch, wenn man möchte, dass die Leute weniger trinken, oder? Man beschränkt die Öffnungszeiten. Natürlich würden die Leute mehr trinken, wenn Bars und Pubs den ganzen Tag offen sind.

So wurde es gemacht, aber hilfreich war es nicht. Denn es wurde zu einem Wettkampf: Wer konnte am meisten runter kriegen, bevor die Sperrstunde kam?

Aber wenn es richtig lustig wurde, stoppte der Wirt den Zapfhahn. Die Gäste sahen sich dann erbarmungslos aus warmen Pubs auf kalte Straßen geschoben. Es folgten Unruhen und Schlimmeres.

In Schottland erlaubte man Bars in den 1980ern wieder den ganzen Tag zu öffnen. Durch diese Freiheiten sahen die Leute Chancen für geselliges Beisammensein und weniger Wettkämpfe. Kein letzter Ansturm auf die Bar. Weniger Chancen für Konfrontationen.

Und obwohl die Briten den ersten und den zweiten Weltkrieg gewannen, wurden die Gesetze erst 2005 gelockert.

Wir haben offenbar verschiedene Möglichkeiten, wenn wir etwas ändern wollen. In jedem Fall können wir überlegen was wir mit einer Änderung möglich machen und was unmöglich wird. Auch was leichter und was schwerer wird. Vielleicht, wie wir Schweres dann wiederum leichter machen können.

Dann können wir überlegen ob eine Regel wieder entsorgt werden kann.

Denn da wo Wege versperrt werden, entstehen Umwege. Wo Märkte eine Nachfrage nicht bedienen, entstehen Schwarzmärkte. Wo Bars schließen…