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Kompetent, intelligent und empathisch

Google Ngram verfolgt welche Wörter Autoren in ihren Büchern nutzen – und wie häufig.

Offenbar hatten »Intelligenz« und »Kompetenz« ihre 15 Minuten im Rampenlicht.

Dafür ist Empathie »auf dem Weg nach oben«.

Die vollständige Ansicht gibt es hier.

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Die Anziehungskraft unserer Geschichten

Wir sind gut im Rationalisieren. Es hilft uns Entscheidungen zu treffen, die Welt da draußen zu verarbeiten und mit uns selbst im Reinen zu sein.

Aber der Schwerkraft ist es egal, ob wir gut geschlafen haben oder nicht. Sie bleibt gleich.

Dem Asphalt ist es auch egal, ob du immer einen Helm beim Rad fahren trägst. Auch die Geschichte zum Video für das du gut aussehen wolltest.

Einem Melanom ist es egal, dass du eigentlich immer Sonnencreme benutzt, bis auf das eine Mal als du busy warst und nicht zurück in die Wohnung wolltest.

Äußere Einflüsse wollen unsere Geschichten nicht hören. Sie haben kein Gedächtnis oder Bewusstsein für gut oder schlecht.

Die Gesetze der Physik kümmert es nicht, wenn du dich nicht anschnallst. Auch dem Virus ist die Geschichte egal, die erklärt warum jemand keine Maske getragen hat.

Wir sind wirklich gute Geschichtenerzähler. Sie sind vielleicht unser wirksamstes Werkzeug. Aber Fakt ist, dass selbst die beste Geschichte nutzlos ist, wenn man mit Dingen zu tun hat, die einfach nicht hören wollen.

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Die Bar schließt

Ein letzter Ansturm auf die Bar, um noch eine Runde zu bestellen. Kurz bevor die Bar schließt und man sich auf den Straßen Londons die Hucke voll haut. Das hatte sich keiner erhofft, als per Gesetz die Öffnungszeiten der britischen Bars beschränkt wurden.

Man befand sich mitten im ersten Weltkrieg und brauchte seine Mitarbeiter bei Sinnen und an einem Stück – gerade jene, die in Munitionsfabriken arbeiteten.

Und so macht man’s doch, wenn man möchte, dass die Leute weniger trinken, oder? Man beschränkt die Öffnungszeiten. Natürlich würden die Leute mehr trinken, wenn Bars und Pubs den ganzen Tag offen sind.

So wurde es gemacht, aber hilfreich war es nicht. Denn es wurde zu einem Wettkampf: Wer konnte am meisten runter kriegen, bevor die Sperrstunde kam?

Aber wenn es richtig lustig wurde, stoppte der Wirt den Zapfhahn. Die Gäste sahen sich dann erbarmungslos aus warmen Pubs auf kalte Straßen geschoben. Es folgten Unruhen und Schlimmeres.

In Schottland erlaubte man Bars in den 1980ern wieder den ganzen Tag zu öffnen. Durch diese Freiheiten sahen die Leute Chancen für geselliges Beisammensein und weniger Wettkämpfe. Kein letzter Ansturm auf die Bar. Weniger Chancen für Konfrontationen.

Und obwohl die Briten den ersten und den zweiten Weltkrieg gewannen, wurden die Gesetze erst 2005 gelockert.

Wir haben offenbar verschiedene Möglichkeiten, wenn wir etwas ändern wollen. In jedem Fall können wir überlegen was wir mit einer Änderung möglich machen und was unmöglich wird. Auch was leichter und was schwerer wird. Vielleicht, wie wir Schweres dann wiederum leichter machen können.

Dann können wir überlegen ob eine Regel wieder entsorgt werden kann.

Denn da wo Wege versperrt werden, entstehen Umwege. Wo Märkte eine Nachfrage nicht bedienen, entstehen Schwarzmärkte. Wo Bars schließen…

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Wenn Kellner arbeiten wie Therapeuten

Stellen Sie sich vor, Sie überkommt der Hunger und Sie fragen daher beim nächstgelegenen Restaurant nach einem Tisch. Nach einer kurzen Wartezeit werden Sie eingeladen Platz zu nehmen.

Der Oberkellner stellt sich vor und stellt Ihnen einige Fragen über Ihren Hunger: Wie groß ist der Hunger? Wie lange besteht der Hunger schon? Wie kommt es dazu, dass Sie hungrig sind? Wie haben Sie es bis hierher ausgehalten? Waren Sie schonmal hungrig? Wie häufig? Welche Rolle spielt Ihr Hunger im Familienleben und im Freundeskreis? Welche Nachteile hat er? Und welche möglichen Vorteile? Wie geht es Ihnen damit?

Etwas ungeduldig bitten Sie darum eine Bestellung aufzugeben. Der Oberkellner besteht allerdings darauf, dass Sie zuerst weitere Fragebögen über Ihren Hunger ausfüllen. Wahrscheinlich auch über einige andere Themen, die der Oberkellner für relevant hält.

Nach dieser Prozedur wird Ihnen ein Menü serviert. Sie haben es sich nicht selbst ausgesucht, sondern der Oberkellner – basierend auf seinen Theorien darüber was Ihnen gut tun müsste und was anderen Menschen in der Vergangenheit half ihren Hunger zu lindern.

Wie stehen wohl die Chancen, dass Sie das Restaurant satt und glücklich verlassen?


Mit diesem Szenario eröffnet Fredrike Bannink ihr Buch 1001 Solution-Focused Questions: Handbook for Solution-Focused Interviewing. Sie gehört zu jenen, die andere Möglichkeiten nutzen Lösungen zu finden. Eine ausführliche Liste mit Lesestoff finden Sie hier.

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Thermometer und Thermostate

Thermostate sind deutlich wichtiger als Thermometer.

Ein Thermometer zeigt, dass etwas nicht stimmt. Es ist ein Hinweis etwas zu tun, wie der Kanarienvogel in der Kohlemine, der uns sagt, dass wir besser die Flucht ergreifen.

Es gibt viele Arten von Thermometern. Im weiteren Sinne sagen sie uns, dass wir zu viel Geld ausgeben, zu wenig Zeit am Schreibtisch verbracht haben oder endlich die Zahlungserinnerung an den Kunden rausschicken müssen.

Organisationen sind voll von menschlichen Thermometern. Sie kritisieren, diagnostizieren oder jammern einfach.

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Portia Nelson: Eine Autobiographie in 5 Kapiteln

Vielen ist Portia Nelsons kurze Autobiographie in 5 Kapiteln bekannt. Für einige steht sie für unsere Kapazität nach einem Rückschlag wieder aufzustehen, es nochmal zu versuchen und dran zu bleiben. Ich glaube noch etwas anderes zu sehen, nämlich eine gewisse Trägheit mit der man rechnen muss, wenn wir Veränderung betrachten.

Entscheide selbst.