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Leadership

Wir sind hier wie eine Familie…

In einigen Firmen sagt man gerne “Wir sind hier wie eine große Familie.” Seid Ihr nicht. Ihr seid Mitarbeiter und Chef, gemeinsame Angestellte oder wenn Ihr Glück habt seid Ihr eine Arbeitsgemeinschaft. Aber Ihr seid keine Familie.

Das heißt nicht, dass man nicht aufeinander achten kann. Man kann und ich finde man sollte.

Aber passt auf, wenn die neue Chefin oder der Geschäftsführer von der Firma als große alte Familie spricht. Damit ist nicht gemeint, dass die Firma dich beschützt, komme was wolle – so wie gesunde Familien es machen würden. Das Motiv ist eher eine einseitige Aufopferung: durch dich.

Denn, durch das zur Hilfe rufen der “Familie” wird der Heldenmut alles zu geben geweckt. Es ist ja nicht so, dass du lange Nächte durcharbeitest und den Urlaub verfallen lässt, um die Quartalszahlen zu retten. Nein, nein… du machst das für die Familie.

Diese stumpf-emotionale Herangehensweise ist notwendig, wenn man möchte, dass andere ihre eigenen Interessen vergisst.

Man muss nicht so tun als wäre man eine Familie, um den guten Ton zu wahren oder beschützend zu wirken. Diese Werte können genau so gut, wenn nicht besser, durch Prinzipien, Betriebspolitik und Taten ausgedrückt werden.

Davon abgesehen hast du höchst wahrscheinlich schon eine Familie, oder eine Gruppe von Freunden, die sich wie Familie anfühlt. Moderne Organisationen sind keine Straßen Gangs voller Waisenkinder, die sich in der harten harten Welt behaupten müssen, so so die Worte von Jason Fried und David Heinemeier Hannson, Gründer von Basecamp. Der Versuch deine Familie zu verdrängen ist nur ein weiterer Ansatz, die Bedürfnisse der Firma vor die deinen zu stellen. Krank.

Die besten Unternehmen sind keine Familien. Sie sind Unterstützer von Familien. Verbündete von Familien. Sie sind da, um gesunde und erfüllende Arbeitsbedingungen zu schaffen, sodass Arbeiter, wenn sie ihren Laptop zuklappen oder den Hammer fallen lassen die besten Partner, Eltern oder Freunde sind, die sie sein können.

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Führung

Der schlimmste Boss der Welt?

»In a few hundred years, when the history of our time will be written from a long-term perspective, it is likely that the most important event historians will see is not technology, not the Internet, not e-commerce. It is an unprecedented change in the human condition. For the first time – literally – substantial and rapidly growing numbers of people have choices. For the first time, they will have to manage themselves. And society is totally unprepared for it.«

– Peter Drucker, Managing Knowledge Means Managing Oneself

Der schlimmste Boss der Welt? Das bist du.

Selbst wenn du nicht selbstständig bist, du bist doch dein eigener Boss. Du bestimmst deine Karriere, was du mit deiner Zeit anfängst und was du zu deinen Mitmenschen sagst. Du managest wie du arbeitest. Du managest was du lernst, ob du lernst und die Art und Weise in der du mit dir selbst sprichst.

Wahrscheinlich, tust du all’ das ziemlich schlecht.

Hättest du einen Boss der so mit dir umgehen würde, wie du mit dir selbst umgehst, würdest du wahrscheinlich kündigen. Die goldene Regel sollte keine Einbahnstraße sein.

Möglicherweise gehst du krank zur Arbeit. Vielleicht hältst du dich für unentbehrlich oder hast Angst vor negativen Konsequenzen. Egal, wenn das ganze Team krank wird.

Man sagt Selbstorganisation wird in Zukunft wichtiger werden. Die “Last der Freiheit” bedeutet, dass wir viele Entscheidungen selbst fällen müssen.

Was machst du, wenn der Boss verschwindet und du dir selbst überlassen bist?

Wir sind oft überrascht, wenn jemand mit eigener Agenda aufschlägt. Jemand, der vielleicht einen Weg findet von zuhause zu arbeiten und dann zwei Jahre reist und von unterwegs arbeitet.

Es schockiert uns, wenn jemand seine Abendstunden und Wochenenden nutzt, um einen Abschluss nachzuholen oder sich nebenbei die Nacht um die Ohren schlägt, um selbst etwas auf die Beine zu stellen.

Und wir sind neidisch, wenn es jemand schafft sich selbst zu etwas Glück zu verhelfen – als wäre das unangebracht. 

Es gibt viele clevere Leute die über erfolgreiche Führung schreiben und berichten. Es gibt unzählige Bücher, die sich mit dem Thema Führung beschäftigen. Wenige hingegen, die von Selbstführung sprechen. Dabei gibt es kaum etwas Wichtigeres.