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Führung

Qualität – vorinstalliert

Das Gegenteil von sorglos ist vielleicht gewissenhaft. Und der beste Weg vermeidbare Fehler zu vermeiden ist sich mehr anzustrengen. Darauf zu achten. Genauer aufzupassen oder noch mehr Liebe in die Arbeit zu stecken. Dann stimmt die Qualität.

Demnach würden Chirurgen weniger Fehler machen, wenn sie sich einfach mehr anstrengen. Und viele der Fehler, die für Leid und Chaos sorgen, würden nicht passieren. Nur weil wir uns mehr anstrengen.

Und da ist was dran. Das stimmt zum Teil. Und dann ist es nicht die Anstrengung, sondern das System, das wichtig ist.

Was wäre wenn wir all die Energie, die wir in »Achte-bitte-drauf-Kommentare« stecken, in Strukturen investieren, die uns erlauben einen besseren Job zu machen? Was wenn wir Checklisten erstellen und für Supervision und peer reviews sorgen? Was wenn wir resilientere Wege finden unsere Fürsorge auszudrücken?

Auf den ersten Blick ist es vielleicht komisch, dass ein Patient das Bein markiert an dem er operiert werden soll. Aber diese kleine Anpassung bedeutet, dass die Fehlerquote bedeutend sinkt.

1846 war es für die meisten Ärzte lächerlich sich vor einer Entbindung die Hände zu waschen. Heute ist das Händewaschen nicht mehr wegzudenken. Dafür hat sich ein Stück Kultur geändert.

Statt auf einen Fehler zu reagieren indem wir sagen »Ich muss vorsichtiger sein« kann man sich auch fragen »Wie schaffe ich ein besseres System, das meine Vorsicht unterstützt?«

Oder: »Wie schaffe ich eine Kultur, die Fürsorge, Engagement, etc… unterstützt?«

Wenn etwas wichtig genug ist, um sich ernsthaft Gedanken darum zu machen, ist es möglicherweise auch wichtig genug um es systematisch anzugehen.

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Führung

Die Jagd nach Perfektion

Wie viele deiner Kollegen verbringen ihren Tag mit der Jagd nach Perfektion? Oder besser gesagt, wie viele verbringen ihren Tag damit Fehler zu vermeiden?

Fehlerfreiheit ist was die meisten wollen. Die Richtlinien einhalten, dann besteht auch kein Grund zur Aufregung.

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Leadership New Work

Hausarbeit, Kunst und Terrorismus

Das Problem mit der Hausarbeit ist, dass sie im Gegenteil zur Kunst keine besondere Aufmerksamkeit erhält. Sie ist notwendig, fällt aber erst auf, wenn sie nicht erledigt wird.

Wenn der Müll stinkt, der Papierkorb überquillt, oder die Spüle vollgestellt ist, dann ist sie oft direkter Grund zur Aufregung. Sie bekommt sonst aber wenig Anerkennung.

Auch auf der Arbeit erledigen wir überwiegend Hausarbeit – regelmäßige Meetings, der jour fixe, wiederkehrende Reportings bis zur virtuellen oder tatsächlichen Fließbandarbeit. Erst wenn diese Routineaufgaben nicht erledigt werden gibt es Grund zur Aufregung. Dann gibt es Grund für das “Management der Exception”.

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Führung

Leadership

Wer führt der schafft einen Rahmen in dem Mitarbeiter sich dazu entscheiden neue Dinge zu tun.

Diese Entscheidungen fallen freiwillig und werden von Mitarbeitern getroffen, die neue Möglichkeiten und Optionen sehen.

Man kann Leute nicht verändern. Aber man kann über die Bande spielen indem man andere Rahmenbedingungen schafft und damit neue Optionen ermöglicht.

Übrigens ist das auch nachhaltiger als nur den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen.

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Führung

Der schlimmste Boss der Welt?

»In a few hundred years, when the history of our time will be written from a long-term perspective, it is likely that the most important event historians will see is not technology, not the Internet, not e-commerce. It is an unprecedented change in the human condition. For the first time – literally – substantial and rapidly growing numbers of people have choices. For the first time, they will have to manage themselves. And society is totally unprepared for it.«

– Peter Drucker, Managing Knowledge Means Managing Oneself

Der schlimmste Boss der Welt? Das bist du.

Selbst wenn du nicht selbstständig bist, du bist doch dein eigener Boss. Du bestimmst deine Karriere, was du mit deiner Zeit anfängst und was du zu deinen Mitmenschen sagst. Du managest wie du arbeitest. Du managest was du lernst, ob du lernst und die Art und Weise in der du mit dir selbst sprichst.

Wahrscheinlich, tust du all’ das ziemlich schlecht.

Hättest du einen Boss der so mit dir umgehen würde, wie du mit dir selbst umgehst, würdest du wahrscheinlich kündigen. Die goldene Regel sollte keine Einbahnstraße sein.

Möglicherweise gehst du krank zur Arbeit. Vielleicht hältst du dich für unentbehrlich oder hast Angst vor negativen Konsequenzen. Egal, wenn das ganze Team krank wird.

Man sagt Selbstorganisation wird in Zukunft wichtiger werden. Die “Last der Freiheit” bedeutet, dass wir viele Entscheidungen selbst fällen müssen.

Was machst du, wenn der Boss verschwindet und du dir selbst überlassen bist?

Wir sind oft überrascht, wenn jemand mit eigener Agenda aufschlägt. Jemand, der vielleicht einen Weg findet von zuhause zu arbeiten und dann zwei Jahre reist und von unterwegs arbeitet.

Es schockiert uns, wenn jemand seine Abendstunden und Wochenenden nutzt, um einen Abschluss nachzuholen oder sich nebenbei die Nacht um die Ohren schlägt, um selbst etwas auf die Beine zu stellen.

Und wir sind neidisch, wenn es jemand schafft sich selbst zu etwas Glück zu verhelfen – als wäre das unangebracht. 

Es gibt viele clevere Leute die über erfolgreiche Führung schreiben und berichten. Es gibt unzählige Bücher, die sich mit dem Thema Führung beschäftigen. Wenige hingegen, die von Selbstführung sprechen. Dabei gibt es kaum etwas Wichtigeres.